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Der folgende Text soll Ihnen einen Überblick darüber vermitteln, was bei Stress im Körper abläuft. Ich hoffe, es wird für Sie deutlich, wie wichtig es ist, gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft regelmäßig für Entspannung zu sorgen. Ich meine damit wirkliche aktive Entspannung, die mehr ist als nur Ruhe. Ein ruhender Körper ist nicht automatisch entspannt. Die neurologischen Stresszentren im menschlichen Gehirn sind bei den meisten chronisch überaktiv, ohne dass es ihnen bewusst ist. Langanhaltender Stress führt irgendwann zu Angstgefühlen und auch zu Depressionen. Schon Kinder und Jugendliche haben mit den Auswirkungen von stressbedingten Faktoren zu tun wie Bauchschmerzen, Nackenverspannungen, Kopfdruck, Müdigkeit, Nervosität, Aggressivität, Schlappheit, Magen-Darm-Beschwerden, Infektanfälligkeit, Allergien, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Migräne, Herzschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates etc. Auch das Burnout-Syndrom als Überforderungssyndrom mit Erschöpfungsmerkmalen, Unzufriedenheit, wachsenden Selbstzweifeln bis hin zu Verzweiflung und Depression ist die Folge von zuviel Stress.
Was passiert bei Disstress im Körper?
Wenn wir verstehen, was körperlich bei negativem Stress (Disstress) abläuft, verstehen wir auch, warum es sich lohnt, zu lernen -und auch unseren Kindern zu vermitteln-, negativem Stress etwas entgegenzusetzen, und so zu ermöglichen, dass wir gesund und glücklich durchs Leben gehen.
Die reflexhafte Stressreaktion ist eine wichtige Reaktion aus der Urzeit, die uns dass Überleben in einer gefährlichen Umwelt erst ermöglicht hat. Wir mussten und müssen in der Lage sein, in bestimmten Gefahrensituationen rasch und ohne Zeitverlust zu reagieren. Dazu wird in Momenten der Gefahr und der Bedrohung in unserem Körper ganz automatisch eine ganze Kaskade von Umstellungen ausgelöst. So werden z.B. innerhalb von Bruchteilen von Sekunden aus dem Gehirn und Nervensystem Impulse ausgesandt, die zur Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) führen, den Herzschlag beschleunigen, den Blutdruck steigern, die Atmung tiefer und schneller werden lassen und auch den Blutzucker erhöhen, um rasch Energie zur Verfügung zu stellen. Der gesamte Stoffwechsel wird beschleunigt und angeregt. Alle diese unbewusst und rasch ablaufenden reflexartigen Veränderungen versetzen den Körper in einen Zustand erhöhter Leistungsfähigkeit. Das ist eine sinnvolle und notwendige Maßnahme, wenn es darum geht, sein Leben zu retten, z.B. einem Säbelzahntiger zu entkommen oder seinen Gegner zu besiegen (würde erst unser Verstand eine Entscheidung darüber treffen müssen, was zu tun ist, wären wir längst verloren).
Kampf oder Flucht?
Die Untersuchung neurologischer Stressmuster zeigt, dass selbst Menschen, die sich recht fit und gesund fühlen, sich in einem dauerhaften Überlebensstress befinden, der nur in einer akut lebensbedrohlichen Situation sinnvoll wäre. Heute geht’s normalerweise im Alltag nicht mehr um Kampf oder Flucht, und trotzdem laufen eben auch heute noch unbewusst die gleichen Vorgänge in unserem Körper genauso schnell und automatisch ab, wenn wir uns in einer Situation angegriffen fühlen. Brüllt z.B. der Lehrer seinen Schüler oder der Chef seine Sekretärin wegen nicht erledigter Aufgaben an, dann reagiert unser Körper in der Regel wie der einer Antilope, die von einem Löwen verfolgt wird. Während die Antilope jetzt aber rennt und die auf Hochtouren gebrachten Körperfunktionen nutzt und verausgabt, sitzen der Schüler und die Sekretärin ohne Bewegung, aber voll unter Druck, da. Die Antilope wird, wenn ihre Flucht erfolgreich war, die durch die Stressreaktion zur Verfügung gestellte Zusatzenergie verbraucht haben und ihre Körperfunktionen auf diese Weise rasch wieder in einen Ruhezustand versetzen können.
Und jetzt das Entscheidende: am Schul- oder Schreibtisch können die Folgen der Stressreaktion unseres Körpers aber nicht so ohne weiteres wieder zum Ausgangsniveau abgebaut werden. Die ursprünglich überlebensichernde Stressreaktion verkehrt sich in der heutigen Zeit paradoxerweise in ihr Gegenteil: Die Stressreaktionen selbst führen jetzt zu dem schädigenden körperlichen Ablauf, weil man sie ja gar nicht wirklich braucht. Und so letztendlich, wenn wir diesen Prozess nicht stoppen, zu Krankheiten, da die Anpassungsfähigkeit des Körpers nun permanent durch bestimmte Stressfaktoren überfordert ist.
Was ist zu tun?
Da dieser Urreflex der Stressreaktion auch heute noch der gleiche ist, und also die gleichen Reaktionen im Körper ablaufen wie bei unseren Vorfahren, muss man die Fähigkeit entwickeln, die durch die Stressreaktion ins Blut geworfenen Stoffe wie z.B. Cortisol, Adrenalin wieder abzubauen, die ja schädigend sind, wenn sie im Blut bleiben. Wichtig ist somit auch, dafür zu sorgen, dass nicht jedes Mal die volle Stressreaktion abläuft, wenn man sie gar nicht benötigt. Man braucht dazu eine bestimmte GEISTIGE EINSTELLUNG und ein bestimmtes Maß an körperlicher Aktivität. DER KÖRPER HÖRT nämlich zu, WENN WIR DENKEN.
Der gleiche Stressor kann also mal als Bedrohung und Überforderung (negativer Stress) erlebt werden, und mal als eine Herausforderung, an der man wächst, und die den Organismus kräftigt (positiver Stress oder Eustress). Der gleiche Reiz kann einmal zur Kräftigung des Organismus, aber auch zu seiner Schädigung führen, je nachdem, wie gut seine Anpassungsfähigkeit ausgeprägt ist, auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. Wenn die Stressreaktion normal abläuft und wieder zur Ruhelage zurückführt, werden wir dadurch stärker, belastbarer und lebendiger. Wenn nicht, ist das auf Dauer schädigend, da unter ständiger Anspannung die Lebensvorgänge nicht mehr harmonisch ablaufen, und das Gleichgewicht (die Homöostase) gestört ist und zu oben genannten Krankheitssymptomen führt.
Stress bewältigen
Die BEWERTUNG von Stressoren, die auf den inneren, oft geheimen Programmen oder unbewussten Leitsätzen/Glaubenssätzen beruht, ist ausschlaggebend für den Verlauf der Stressreaktion. Zwischen REIZ und REAKTION liegt die Möglichkeit, zu unterscheiden und zu entscheiden. Durch Neubewertung des Stressors kann eine Verhaltensänderung gelernt werden, die einen Ausstieg aus dem Stresskreislauf ermöglicht, d.h. eine erfolgreiche Bewältigungsstrategie.
Die Neubewertung erfolgt in der HYPNOSE über die INNEREN BILDER und die Konzentration auf authentisch Wünschenswertes und Angenehmes.
Wird ein REIZ nicht mehr als Bedrohung gewertet, sondern als Herausforderung, dehnt sich die LÜCKE ZWISCHEN REIZ UND REAKTION aus. Dies allein führt zur Steigerung der Handlungskompetenz: was vorher unausweichlich schien, wird wieder der Kontrolle zugänglich. |
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